Takeshima-Konflikt: Osakas Bürgermeister drängt auf schnelles Handeln

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Japan – Am Montag äußerte sich Osakas Bürgermeister Toru Hashimoto über das Mikroblog Twitter zum aktuellen Streit um die Lioncourt-Inseln mit Südkorea.


Hashimoto erklärte in etwa 40 Tweets – Kurznachrichten mit maximal je 140 Zeichen – am Montagmorgen seine Position zum Kampf um die Takeshima- bzw. Dokdo-Inselgruppe mit Südkorea.

Beide Länder erheben Anspruch auf die Felsformation im Japanischen Meer (siehe Karte). Der andauernde Streit um die Hoheitsrechte erhitzten zuletzt die Gemüter, als Südkoreas Präsident Lee die Inseln besuchte und bemerkte, dass sie (Anm. die Inseln) es wert seien, dafür zu sterben.

„Südkorea riss die Inseln zu einer für Japan turbulenten Zeit an sich“

Hashimoto nannte Südkoreas Präsenz auf der Inselkette „illegal“ und argumentierte, dass Korea die Inseln unter Gewalt an sich gerissen habe.

„Südkorea riss die Inseln zu einer für Japan turbulenten Zeit an sich“ schrieb Hashimoto, der sich damit auf die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bezog.

„Unsere Generation sollte darüber nachdenken, was als nächstes zu tun ist“ so Hashimoto weiter.


Hashimoto bezieht sich damit auf die Syngman Rhee Linie, die 1952 durch Syngman Rhee, den zu dieser Zeit amtierenden Präsidenten Koreas, verkündet wurde.

1952 beschloss Koreas Präsident Rhee kurzerhand eine eigene Grenze

Aus Sorge, dass die Inseln durch den 1952 Friedensvertrag von San Francisco und mit der Rückgabe voller Souveränität an Japan wieder in Japans Hoheitsgebiet fallen würden, beschloss Rhee kurzerhand eine eigene Grenze, die als Alternative zur MacArthur Linie gelten würde.

Offiziell wollte Rhee durch die künstliche Grenze, die auch die Takeshima- / Dokdo-Inseln einschloss, Koreas Meeresressourcen schützen. Damit war es beispielsweise nicht-koreanischen Fischerbooten untersagt, sich innerhalb der von Rhee gesteckten Grenzen aufzuhalten. Erst 1965, mit dem Abschluss eines Fischereiabkommens, wurden die Grenzen der Syngman Rhee Linie aufgehoben – die Fehde zwischen Japan und Südkorea hat allerdings bis heute Bestand.

Als mögliche Lösung für den aktuellen Konflikt nennt der 43-jährige zwei Optionen: Eine gerichtliche Entscheidung vor einem internationalen Gericht oder Militärgewalt. Hashimoto bevorzugt laut eigener Aussage ein verbindliches Urteil eines internationalen Gerichtshofs, schließt aber auf Nachfrage den Einsatz der japanischen Selbstverteidigungskräfte nicht aus.

Um den Fall vor ein internationales Gericht zu bringen, ist allerdings die Zustimmung Südkoreas notwendig. Eine Zustimmung, die der südkoreanische Staat Japan in der Vergangenheit bereits mehrfach verweigerte.

Toru Hashimoto ist der Überzeugung, dass das Gericht zu Gunsten Japans entscheiden würde, da die umstrittenen Inseln bereits seit 1905 japanisches Territorium seien, während Korea seinen Anspruch erst ein halbes Jahrhundert später mit militärischer Gewalt geltend gemacht hätte.

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