Japanischer Nationalismus auf dem Vormarsch

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Tokyo – Ein früherer Premier bekannt für seine nationalistischen Ansichten, ein militanter Ex-Verteidungsminister und der Sohn des rechtspopulistischen Gouverneurs Tokyos. Die drei Top-Kandidaten für das Amt des Premierministers bedeuten einen politischen Rechtsrutsch für Japan.


Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es noch vor Ende des Jahres Neuwahlen in Japan geben. Der amtierende Premierminister Yoshihiko Noda hat sich mit den Oppositionsparteien auf diesen Kompromiss geeinigt, falls seine Partei Unterstützung bei der Erhöhung der Mehrwertsteuer bekommen sollte.

2009 brach Nodas Demokratische Partei Japans (DPJ) die Jahrzehnte dauernde Vormachtstellung der Liberaldemokratischen Partei (LDP) und löste diese als Regierungspartei ab. Drei Jahre und eine Atomkatastrophe später sind die Wähler enttäuscht und es scheint als ob die LDP bei den nächsten Wahlen wieder die Mehrheit im japanischen Unterhaus gewinnen kann.

Vorsitzender der LDP wird voraussichtlich neuer Premierminister

Der Vorsitzende der LDP würde bei einem Wahlerfolg mit hoher Wahrscheinlichkeit zum nächsten Premierminister Japans werden. Drei der fünf LDP-Kandidaten für diesen Posten sind der ehemalige Premierminister Shinzo Abe und Ex-Verteidigungsminister Shigeru Ishiba und Nobuteru Ishihara, Sohn von Tokyos Gouverneur Shintaro Ishihara der zuletzt den anhaltenden Streit mit China um die Senkaku- / Diaoyu-Inseln mit seinem Kaufangebot wieder entfachte.

Während es Ishihara junior ohnehin schwer fallen wird sich aus dem Einflussbereich seines Vaters zu bewegen, schlugen Abe und Ishiba bereits mehrfach öffentlich ein wesentlich härteres Vorgehen gegen die Chinesen vor. Auch sonst halten sich beide nicht mit nationalistisch-militaristischen Kommentaren zurück


Abe verärgerte China und Korea als er während seiner Amtszeit als Premierminister (2006-2007) die durch das japanische Militär organisierte Zwangsprostitution koreanischer und chinesischer Frauen während des zweiten Weltkriegs leugnete.

Abe drückte weiterhin sein Bedauern dafür aus, dass er während seiner Amtszeit den Yasukuni Schrein besucht hat. Der Yasukuni Schrein ehrt neben den im 2. Weltkrieg gefallenen japanischen Soldaten auch japanische Kriegsverbrecher. Der Besuch des Schreins durch japanische Top-Politiker sorgte in der Vergangenheit bereits mehrfach für Konflikte zwischen Japan und den chinesischen sowie koreanischen Nachbarn.

Ex-Verteidungsminister Ishiba gilt als Militarist und ist in seinen Äußerungen nicht weniger direkt als Abe.

Ishiba ist unter anderem für die Weiterführung des japanischen Atomprogramms. Japan, so Ishibas Gedanke, könne so weiterhin atomwaffenfähiges Material anhäufen welches als Abschreckung dienen könne.

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