Japanische Literatur: Das Beste aus 2012

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Pessimistisch gesehen könnte man sagen, das Jahr ist schon wieder mehr als halb rum. Positiv gesehen bedeutet dies aber auch schon eine beachtliche Anzahl an Neuerscheinungen japanischer Literatur. Japanliteratur.net Autorin Friederike stellt zusammen mit Schnell Interkulturell die bisherigen Highlights an Neuerscheinungen 2012 vor.

Österreicherin mit japanischem Hintergrund

Die österreichische Schriftsteller, deren Mutter Japanerin ist, widmet sich in Ich nannte ihn Krawatte dem Schicksal zweiter von der Gesellschaft ausgegrenzter Menschen. In ruhiger, sehr poetischer Sprache, erzählt sie in kleinen Episoden von einem Jugendlich und einem alten Mann, die sich immer wieder zufällig auf einer Parkbank treffen und in Forest-Gump-Manier von ihrem Leben erzählen. Der überraschend zarte, einfühlige Roman schafft es übrigens auch auf die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2012.


Aktuelle japanische Literatur nach Fukushima

Die Neue Rundschau des S. Fischer Verlages widmet sich in der Ausgabe 1/2012 Japan. Versammelt sind in diesem Band Essays und Kurzgeschichten japanischer Autoren, darunter von keinem geringeren als dem japanischen Nobelpreisträger Kenzaburo Ôe. Auch Hiromi Kawakami und Natsuo Kirino steuern jeweils eine Kurzgeschichte bei. In den Geschichten wird das Unglück am 11. März 2011 mal explizit, mal weniger deutlich thematisiert. Auf alle Fälle aber stellt die Sammlung die momentan aktuellste deutsche Publikation zu japanischer Literatur nach Erbeben, Tsunami und Atomunfall dar.

Letzte Zeichen eines Überlebenden

Ein literarisches Highlight ist unter den japanischen Neuerscheinungen 2012 sicher auch Erfrorene Träume von Wahei Tatematsu. Anfangs zwar sprachlich etwas holperig übersetzt, zieht einen das Buch doch schnell durch seine Geschichte in seinen Bann: Auf einer Bergexpedition verunglücken alle Bergsteiger bis auf einen, der noch mehrere Tage in einer Lawine überlegt. Das bedrückende Gefühl, unter Schnemassen, zwischen Geröll und in völliger Dunkelheit hilfslos begraben zu sein, die letzten Tage eines Menschen, werden hier beruhend auf einer wahren Begebenheit, eindrücklich wiedergegeben.

Natürlich könnte man neben diesen Neuerscheinungen auch die aktuell neuen Titel der schon in Deutschland bekannten Autoren wie Banana Yoshimoto (Ihre Nacht), Yôko Ogawa (Das Geheimnis der Eulerschen Formel) oder Maskat Togawa (Trübe Wasser in Tokio) nennen, allerdings lohnt es sich hier auch, wie oben stehende Beispiele zeigen, neue Autoren abseits der bekannten Pfade zu entdecken.

Viel ausführliche Informationen und einen Überblick über die bisherigen und kommenden Neuerscheinungen 2012 gibt es bei Japanliteratur – Dem deutschen Portal für japanische Literatur

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