Noda übt sich in Zurückhaltung: Weiterhin kein TPP-Beitritt Japans

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Tokyo – Berichten zufolge wird Japans Premier Noda auch beim nächsten Treffen des Asien-Pazifik Wirtschaftskooperations-Forums am kommenden Wochenende keinen Beitritt Japans zum Transpazifischen Freihandelsabkommen bekannt geben.

Bei dem Abkommen mit dem sperrigen Namen Transpazfische strategische wirtschaftliche Partnerschaft aus dem Jahr 2005 handelte es sich ursprünglich um ein Freihandelsabkommen zwischen den vier Staaten Brunei, Chile, Singapur und Neuseeland.

Nachdem zwischen 2008 und 2012 sieben weitere Staaten (die USA, Australien, Peru, Vietnam, Malaysia, Mexico und Kanada) an den Verhandlungstisch traten, gehört auch Japan seit Ende 2010 zu den potentiellen Kandidaten.

Japan gab sich bisher mit einer Beobachterrolle zufrieden, griff also nicht in die Verhandlungen ein. Premierminister Yoshihiko Noda wird zwar beim nächsten Gipfeltreffen des Forums für Asien-Pazifik Wirtschaftkooperation anwesend sein, aber laut aktuellen Berichten weiterhin keine definitive Beitrittszusage Japans zum Freihandelsabkommen bekanntgeben.


Grund für Japans Zurückhaltung ist unter anderem die starke Agrarlobby des Landes die eine Öffnung des Marktes durch ein Freihandelsabkommen vermeiden möchte. Die aktuelle Transpazifische Partnerschaft (TPP) sieht beispielsweise vor, dass alle Mitgliedsstaaten Importzölle bis zum Jahr 2015 komplett aufgeben.

Aktuell wird nach Japan importierter Reis mit einem atemberaubenden 778%igen Importzoll belegt – eine Maßnahme um die Preise japanischer Bauern konkurrenzfähig zu halten.

Japans Bauern wehren sich gegen einen TPP Beitritt

Japans Bauern wehren sich gegen einen TPP Beitritt

Außer den extrem hohen Zöllen auf importierten Reis werden auch 252% Zoll auf Weizen, 360% auf Butter, 328% auf Zucker und vergleichsweise geringe 38,5% Zoll auf Rindfleisch erhoben.

Der japanische Kunde zahlt somit etwa das vierfache des Weltpreises für Reis, das dreifach für Zucker, Butter und Rindfleisch und immerhin noch das zweifache des Weltpreises für Weizen.

Ein Beitritt Japans zum Transpazifischen Freihandelsabkommen würde aber nicht nur den Verbrauchern nützen. Auch die Exportwirtschaft, insbesondere die Automobil- und Elektronikunternehmen Japans würden von einem solchen Abkommen profitieren.

Betonte Japans damaliger Premier Naoto Kan noch im November 2010, dass Japan entschlossen sei sich aktiv der Welt zu öffnen, ist davon im September 2012 weiterhin wenig zu spüren. Da kein Beitritt in naher Zukunft in Sicht scheint, verlagern inzwischen mehr und mehr japanische Unternehmen ihre Produktion in das benachbarte Ausland um so exorbitante Zölle und den starken Yen zu umgehen.

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