Japan hat in Aussicht gestellt den Disput mit Südkorea um die Inselgruppe Takeshima bzw. Dokdo vor ein internationales Gericht zu bringen nachdem der südkoreanische Präsident Lee Myung-bak den Inseln am Freitag einen Besuch abstattete. Während seines Besuches beschrieb Lee die Inseln als “wert dafür sein Leben zu lassen.”
“Ein unkluger Schachzug”
Lees Besuch hat den schwelenden Konflikt zwischen Japan und Südkorea wieder von neuem entfacht. Obwohl die Inselgruppe als nahezu unbewohnbar und von ungewissem wirtschaftlichen Wert ist, sehen sowohl Koreaner als auch Japaner die Inseln als ein Symbol ihrer Hoheitsrechte.
Als Reaktion auf den Besuch des koreanischen Präsidenten wurde zunächst der japanische Botschafter aus der südkoreanischen Hauptstadt Seoul abberufen. Der japanische Premierminister Noda bestätigte am Freitag noch einmal dass die Takeshima-Inseln “laut historischem und internationalen Recht” zu Japan gehören.
Die Aussage des japanischen Außenministers Koichiro Gemba, dass Japan erwäge ein Verfahren zur Klärung der Eigentumsrechte an den Inseln vor den internationalen Gerichtshof zu bringen, kommentierte die südkoreanische Regierungspartei als einen “unklugen Schachzug.”
Wegen Pro-Dokdo Banner von Medaillenvergabe disqualifiziert
Während der Olympischen Spiele 2012 in London waren Banner der südkoreanischen Fans bei dem Zusammentreffen der südkoreanischen und japanischen Fußballmannschaften am Freitag zu sehen. Südkorea konnte zwar den Sieg gegen Japan erringen aber einer der südkoreanischen Spieler wurde von der Medaillenvergabe disqualifiziert als dieser eines der Banner nach der Begegnung auf dem Spielfeld hisste.
Auch in Japan kochen die Emotionen: Am Samstag wurde ein Mann in Hiroshima unter dem Verdacht festgenommen das südkoreanische Konsulat mit einem Ziegelstein beworfen zu haben. Der Mann sagte später aus er wäre verärgert über den Besuch der umkämpften Inseln durch den südkoreanischen Präsidenten.
In historischen Texten werden die Inseln zwar meist Korea zugeschrieben aber sie fielen während der Kolonialisierung Koreas unter japanische Kontrolle. Seit 1954 ist eine kleine südkoreanische Polizeitruppe auf den Inseln stationiert.
Japan ist in zahlreiche Territorialkonflikte verwickelt
Ähnlich dem Takeshima- / Dokdo-Disput ist Japan in zahlreiche Territorialkonflikte verwickelt. Darunter der Streit mit der Volksrepublik China um die Senkaku bzw. Diaoyu Inseln im Süden Japans und der Kurilen-Konflikt mit Russland um die kurilische Inselgruppe im äussersten Norden Japans. Ein Besuch der Kurilen durch den russischen Präsidenten im Jahr 2010 hatte ebenfalls Proteste in Japan ausgelöst.
In der Vergangenheit hatte Japan bereits zweimal seine Hoheitsrechte an der umstrittenen Inselkette vor dem internationalen Gerichtshof zu bestätigen versucht. Südkorea reagiert beide Male nicht und Japan verzichtete darauf weitere Schritte einzuleiten. Wie der japanische Außenminister nun mitteilte könne man “den Einfluß eines solchen Gerichtsverfahrens auf die koreanisch-japanischen Beziehungen unter dem Licht des Besuchs von Präsident Lee außer acht lassen.”
Wie die Kyodo-Nachrichtenagentur aber heute berichtete hofft Japan, dass der Konflikt nicht die Wirtschaftsbeziehungen beider Länder belasten werde.
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Traurig zu sehen wie such das Ganze zuspitzt. Die Medien berichten davon Von Morgen bis zum Abend @schnellnterkult
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