Die japanischen Grünen. Im Interview Nao Suguro

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Am heutigen Samstag wurde in Japan die Grüne Partei gegründet. Die gemeinsame Vorsitzende der Partei Nao Suguro erklärt in unserem Interview wie sie zur Politik kam und warum costa-ricanische Gefängnisse besser sind als japanische.

Wo kommen Sie her?

Ich bin in Tokyo im Adachi Distrikt aufgewachsen und habe dort die Zeit von der Grundschule bis zu meinem ersten Universitätsjahr verbracht. Anschließend bin ich nach Tochigi gezogen.

Warum sind sie Politikerin geworden?

Ich habe damals an einer Bürgerbewegung gegen den Irak-Krieg mit dem Namen “World Peace Now” teilgenommen. Zu dieser Zeit habe ich als Kernmitglied dieser Bewegung gearbeitet. Damals war ich tief erschüttert darüber dass Japan sich an diesem Krieg beteiligte und darüber hinaus dachte ich mir, dass man die Politik nicht Anderen überlassen könne. Ich unterstützte Herrn Atsuo Nakamura, der Vorsitzender damals Vorsitzender der Grünen-Konferenz* war, bei den Oberhauswahlen 2004. Ich hatte den Eindruck dass die bis dato hohen politischen Hürden ein wenig gesenkt wurden.


Der Irak-Krieg war also eine große Motivation für Sie?

Zur selben Zeit als sich mein Bewußtsein für politische Partizipation entwickelte wusste ich, durch die Tatsache das aus japanischem Atommüll Uran-Munition entwickelt wurde, dass wir die Atomkraft schell abschaffen müssen. Danach habe ich viel gelernt, das Nord-Süd Problem und das ökonomische Missverhältnis verstanden und mir gedacht dass dies die Dinge sind die wir in der Welt in der wir leben ändern müssen. Ich habe erkannt dass Bürgerbewegungen nicht ausreichen und sich auch die politischen Entscheidungsträger ändern müssen.

Wie haben Sie Ihre Kindheit verbracht?

Das erste Mal habe ich mich im 2. Jahr der Mittelschule (Anm. ähnlich der deutschen Sekundarstufe II) bei einer sozialen Bewegung engagiert. Wir haben Unterschriften gegen die Pläne für den Bau einer Industriemüllentsorgungsanlage in der Nähe einer Wasserquelle gesammelt. Das diese Gegenbewegung den Präfekturgouverneur dazu gebracht hat die Pläne zu stoppen war damit meine erste politische Erfahrung.

Was sind Ihre Hobbys?

Ich reise gerne ins Ausland. Mein Lieblingsland ist Costa Rica. [Anm.: Zum Beispiel] (d)er Unterschied zu japanischen Gefängnissen die Zwangsmittel einsetzen ist dass in Costa Rica die Insassen umgeben von einem Drahtzaun ihre Zeit an der freien Luft verbringen. Es ist wohl auch so dass Straftäter die wegen eines niedrigen Bildungsstandes in die Kriminalität geflüchtet sind, in der Haftanstalt eine Ausbildung erhalten können. In Japan ist es so dass die Inhaftierten auf engem Raum leben und eine Rückfallquote von 40% habe

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