Japan exportiert Shibuya und Harajuku

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Der Begriff “Cool Japan” wurde eigentlich vom amerikanischen Journalisten Douglas McGray geprägt und schließlich zur Jahrtausendwende auch von Japan benutzt um Japans Politik des Exports von Populärkultur zu beschreiben.

Goldenes Zeitalter und die Immobilienblase

Japan exportiert Shibuya Girls

Für den Export bestimmt – Shibuya Gal Fashion

In seiner Nachkriegsgeschichte erlebte Japan ähnlich Deutschland ein goldenes Zeitalter des Wirtschaftswachstums. Das Wachstum kam in den 80er und 90er Jahren mit dem Platzen der großen Immobilienblase zu einem abrupten Ende. Seither spricht man von den zwei, möglicherweise bald drei, verlorenen Dekaden in denen das Wirtschaftswachstum stagniert und Japan die Führungsrolle in Ostasien an andere aufstrebende Nationen übergibt.

In Folge der wirtschaftlichen Entwicklung wurde der Begriff “Cool Japan” von japanischen Kulturpolitikern als Instrument zum Aufbau einer außenpolitischen Soft Power, d.h. einer kulturell japanisch geprägten Außenpolitik, verwendet. Während man unter Hard Power politische oder militärische Methoden versteht deckt die Soft Power die Kultur und die Ideologie ab.


Japanische Popkultur kulturell geruchslos?

Noch im Jahr 2010 gründete das METI (Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie) die Behörde für die Förderung der Kreativ-Industrien um unter dem Konzept “Cool Japan” die Politik und die Privatwirtschaft zusammenzubringen. Das Problem dem sich die “Cool Japan” Kampagne bisher gegenüber sieht beschrieb bereits Kôichi Iwabuchi als er japanische populärkulturelle Produkte wie Manga, Anime, Videospiele, etc. als “kulturell geruchslos” (eng. culturally odorless) bezeichnete. Er beschrieb damit wie alle Japan-typischen Merkmale solcher Produkte entfernt werden bevor Sie dem globalen Konsumenten präsentiert werden.

Ein neues Cool Japan

Das METI startet nun allem Anschein nach einen neuen Anlauf und plant zusammen mit privaten Unternehmen kulturelle Trends und Mode, insbesondere aus den Tokyoter Distrikten Shibuya und Harajuku, in alle Welt zu exportieren. Geplant ist dabei kleine Versionen dieser Trend-Distrikte in Form von Einkaufspassagen und -zentren im Ausland zu etablieren.

Unterstützt wird das METI derzeit von Parco, Rakuten, Mori Building und Toyota Motor. Derzeit plant etwa der Einkaufszentrenbetreiber Parco einen Themen-Verkaufsraum in seinem Einkaufszentrum in Singapur. Dort sollen insbesondere relativ junge Unternehmen aus Shibuya ihre Waren kaufwilligen Singapurianern anbieten können.

Ähnlich Parco wird H.P. France aus Japan importierte Waren, insbesondere junge Mode und günstige Schmuckstücke aus Harajuku, in Taiwan anbieten.

Japan exportiert Shibuya Girls

Für den Export bestimmt – Shibuya Gal Fashion

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