Ein Auslaufmodell: Industrienation Griechenland und die Schwellenländer Korea und Taiwan.

flattr this!

Das Wall Street Journal hat, mit einem heute veröffentlichten Artikel, eine interessante Frage aufgeworfen. Wenn Griechenland als entwickeltes Land gilt, wieso sind Südkorea und Taiwan dann immer noch Schwellenländer?

Zur Vorgeschichte: Letzte Woche entschloss sich der US-amerikanische Finanzdienstleister und Benchmarker Morgan Stanley Capital International (MSCI) dazu Griechenland erneut zu überprüfen um dem krisengeschüttelten Land möglicherweise den Status einer Industrienation entziehen. Ein weiterer Beschluß bestätigte erneut, dass Südkorea und Taiwan vorerst ihren Schwellenland-Status behalten und nicht in die Riege der Industrienationen vorstoßen werden.

Klassifizierungsfaktoren

Die wirtschaftliche Entwicklung ist bei der Bewertung eines Landes nur einer von vielen Faktoren. Weitere Kriterien sind unter anderem die Größe und Liquidität des Aktienmarkts und der Grad der Marktöffnung gegenüber ausländischen Investoren. Südkorea und Taiwan müssen im Vergleich zu anderen entwickelten Nationen insbesondere in den letzten beiden Punkten noch aufholen.


Tatsächlich klaffen Bewertung und Investmentempfehlung oft sehr weit auseinander. Das größte Risiko für Investoren stellen derzeit die “entwickelten” europäischen Volkswirtschaften wie Griechenland, Spanien und Italien dar, während die aktuell besten Investitionen in den “Schwellenländern” der BRIC-Staaten zu tätigen sind. Obwohl die klassische Kategorisierung von entwickelter Volkswirtschaft und Schwellenland überholt und nicht mehr zeitgemäß ist, werden die meisten Investitionen immer noch nach den alten Schemata getätigt.

Eine sich selbst erfüllende Prophezeihung?

Da sich alten (Investitions-)Gewohnheiten schwer ablegen lassen, geraten die Schwellenländer in den Teufelskreis einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Schwellenländer ziehen spekulatives Risikokapital, ähnlich der oft zitierten Heuschrecke an. Die Investoren sind genau so schnell dort wie wieder weg – eine typische Kapitalflucht und die damit verbundene Marktunbeständigkeit, beides Merkmale für die Klassifizierung als Schwellenland.

Sollten sich die Bewertungskritierien und Klassifizierungen früher oder später den tatsächlichen Gegebenheiten anpassen ist zu erwarten, dass der Südkoreanische Won und der Taiwan Dollar einen wohlverdienten Schub erhalten werden, sobald die Länder dem Club der “Auserwählten” beitreten dürfen.

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat hinterlassen Sie uns doch einen Kommentar oder abonnieren Sie unseren RSS Feed um auf dem Laufenden zu bleiben!

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

  1. Fitch Ratings wertet japanische Staatsanleihen ab Nach einer Abwertung japanischer Staatsanleihen auf A+ (den fünftbesten Wert)...
  2. Die Probleme des japanischen Exportsmarkts Japans Wirtschaft leidet seit über zwei Jahrzehnten nicht nur unter...
  3. Kann es sein, lieber Herr Hirai, dass sowohl Sony wie auch Japan insgesamt unter… Kann es sein, lieber Herr Hirai, dass sowohl Sony wie...