Ausländische Geschäftsführer in Japan vor Herausforderungen

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Als Craig Naylor Mitte April von seinem Posten als Geschäftsführer des japanischen Glasexperten Nippon Sheet Glass zurücktrat, wurden Erinnerungen an Ex-Olympus Chef Michael Woodford wach. Naylor nannte Meinungsverschiedenen über die strategische Ausrichtung des Unternehmens als Grund für seinen Rücktritt.

Naylors Rücktritt nach weniger als zwei Jahren in der Position des Geschäftsführers unterstreicht einerseits die Herausforderung der sich viele ausländische Führungskräfte in Japan stellen müssen und andererseits die bisher erfolglosen Bemühungen japanischer Unternehmen sich zu globalisieren.

Neben dem bereits erwähnten Michael Woodford, der Olympus Bilanzfälschungsskandal aufdeckte, trat auch Sonys Howard Stringer zurück, der ursprüngliche japanischen Managern unangenehme Reformmaßnahmen, insbesondere durch Personalreduzierung, durchführen sollte. Nach Stringers Abzug sitz nun auch bei Sony wieder ein Japaner im Chefsessel.


2 Typen von ausländischen Führungskräften in Japan

Generell lassen sich japanische Unternehmen die ausländische Geschäftsführer einsetzen in zwei Kategorien unterteilen.

  1. Japanische Unternehmen deren Anteile von großen ausländischen Investoren gehalten werden (z.B. Daimler im Falle von Mitsubishi FUSO, Renault und Nissan)
  2. Japanische Unternehmen die, zum Beispiel im Zuge von Globalisierungsmaßnahmen, fundamentale Änderungen von ausländischen Managern durchführen lassen möchten (Sony, Shiseido)

Japanische Unternehmen gleichen, auch nach dem quasi-Ende der Anstellung auf Lebenszeit, weiterhin geschlossenen Gesellschaften. Für Quereinsteiger und Unternehmenswechsel, ein übliches Prozedere in westlichen Unternehmen, ist eine Aufnahme in diese Unternehmenskultur nur sehr schwierig möglich. Ist der Neue kein Japaner ergeben sich dadurch gleich zahlreiche neue Hindernisse und Vorurteile die es zu überwinden und zerstreuern gilt.

Angebot und Nachfrage

Die sinkende Binnennachfrage und die stärkere Abhängigkeit von Überseemärkten wird die Japans Nachfrage an ausländischen Führungskräften weiter auf hohem Niveau halten, Japan hat allerdings bei international mobilen Managern an Attraktivität eingebüßt und es wird schwieriger für “Japan Inc.” die offenen Stellen passend zu besetzen. Im Falle Nippon Sheet Glass tritt Naylors Nachfolge sein ehemaliger japanischer Kollege und Stellvertreter Keiji Yoshikawa an.

Wie erleben Sie die Situation? Was müsste eine Position im Ausland Ihnen bieten um ausreichend attraktiv zu sein?

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