Interkulturelles für unter den Weihnachtsbaum (1)

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Nur noch gut zwei Wochen dann ist sie wieder hier, die festlichste Zeit des Jahres (abgesehen vom Kölner Karneval natürlich), dann ist Weihnachten! SCHNELL INTERKULTURELL hat für jeden der auch an Heiligabend das wohlige Gefühl der Interkulturalität in Wort und Schrift nicht vermissen möchte vier Werke von Unterhaltungsliteratur bis Sachbuch zum Thema interkulturelle Kommunikation in Wirtschaft, Politik und Alltagsleben herausgesucht.

SCHNELL INTERKULTURELL stellt ab heute jeden Tag eines dieser Werke vor. Meinungen und Kommentare sind natürlich wie immer willkommen. Wer also etwas zu Autor, Werk oder unserer Empfehlung sagen möchte ist herzlich eingeladen. Jetzt aber zu unserer ersten Empfehlung 

Take up the White Man’s burden—
In patience to abide,
To veil the threat of terror
And check the show of pride;
By open speech and simple,
An hundred times made plain
To seek another’s profit,
And work another’s gain.

Kipling, Rudyard. The White Man’s Burden

Nein, wir wollen heute nicht Rudyard Kiplings poetische Kommentare zum Imperialismus empfehlen, wir bewegen uns aber in eine ähnliche Richtung. Das erste Wort gehört dem Autor persönlich:

Dieser Reisebericht ist der intensiven persönlichen Erfahrung des Autors gewidmet, dass die dominante Äre des “weißen Mannes”, des sich um 1900 die ganze Welt untertan gemacht hatte, ihren Endpunkt erreicht hat.

Scholl-Latour, Peter. Die Angst des weißen Mannes (S.9)

Für seine Reiseberichte und seinen Erzähljournalismus bekannt, Sie haben es schon geahnt, ist natürlich Peter Scholl-Latour, dessen Buch “Die Angst des weißen Mannes” wir heute als Weihnachtslektüre empfehlen möchten. Hier das Buch im Bild und danach ein paar Worte zu diesem knapp 500-seitigen Werk.

Cover-boy Peter Scholl-Latour

Wie liest es sich?

Da Scholl-Latour wie so oft nicht chronologisch schreibt, sondern, einer unaufhörlichen Zeitreise ähnlich, schon einmal zwischen den Dekaden springt, eignet sich “Die Angst des weißen Mannes” auch vorzüglich um einfach nur eines der kurzen Kapitel aufzuschlagen und in die Tiefen von Scholl-Latours Reiseberichte abzutauchen.


Besonders interessant im Rahmen unseres Blogs ist natürlich a) der interkulturelle Aspekt der auch bei Scholl-Latour nicht zu kurz kommt wenn er beispielsweise schreibt:

Wir erwähnen beiläufig die rassischen Vorurteile, die bei den “Himmelssöhnen” mindestens so weit verbreitet sind wie im Westen. [..] Chinesen [nehmen] bei den weißen spezielle Ausdünstungen wahr. Derricks Frau Suey hatte im Scherz erwähnt, dass ihr Mann ähnlich rieche wie ihr heißgeliebter Hund Dragon [..]

Scholl-Latour, Peter. Die Angst des weißen Mannes (S.330)

Darüber hinaus vernachlässigt Scholl-Latour auch b) die geopolitische, wirtschaftliche und kulturelle Rolle Asiens nicht und weiß besonders viel über China und dessen Peripherie, Indonesien, die Philippinen aber auch Zentral-Asien zu berichten. Hier kommen Asien-Interessierte also auch nicht zu kurz.

Der (runde) Abschluss

Scholl-Latours Werk erschien 2009 beim Ullstein Verlag, Berlin und ist derzeit für 2 Cent pro Seite (449 Seiten hat der Schmöker) also günstige EUR 9,95 bei Amazon erhältlich. Wer noch etwas Schönes für unter den Weihnachtsbaum sucht kann also bedenkenlos zuschlagen. Wem das Hardcover zu schwer ist der kann auch das passende eBook dazu EUR 8,99 ebenfalls auf amazon.de erwerben.

Prädikat unterhaltsam und geopolitisch wertvoll!

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