Chance für europäische Standorte? Japanische Hersteller expandieren im Ausland

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Wieder berichtet der BBC darüber wie sehr die Stärke des japanischen Yen japanischen (Automobil-)herstellern zu schaffen macht.

Auch wenn die Einschätzungen einiger Analysten anders ausfallen, so bereitet der starke Yen der japanischen Industrie weiterhin Kopfzerbrechen. In einer kürzlich veröffentlichten Studie der Japanischen Bank für internationale Kooperation gaben 87,2% der befragten Unternehmen an zu planen die Wirtschaftsaktivitäten im Ausland zu verstärken. Gleichzeitig sind die Inlandsinvestitionen japanischer Hersteller im Quartal Juli-September um 1.6% gesunken.


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Japan expandiert

Gründe für die geplanten Verlagerungen ins Ausland sind der trotz viermaliger Intervention nicht abschwächende japanische Yen sowie, die hohen Kosten der Produktion in Japan, Handelsbarrieren sowie die prekäre Energieversorgungssituation nach dem Fukushima Desaster im März 2011.

Auch wenn in erster Linie das asiatische Ausland, allen voran China und Vietnam, mögliche Standorte für japanische Produktion sind, so könnten sich japanische Unternehmen auch in der europäischen Peripherie niederlassen, da hier im Gegensatz zu Kerneuropa die Löhne noch niedrig. Weiterhin ist es für japanische Hersteller prestigeträchtiger zum Beispiel im europäischen Spanien oder Portugal als beim ungeliebten Nachbarn China zu produzieren. Werden Kapizitäten aus Japan zu Gunsten der ostasiatischen Nachbarn verlagert so sieht sich ein japanischer Hersteller schnell dem Vorwurf des mangelnden Patriotismus ausgesetzt.

“Es gibt nicht ein Projekt das Japan als Standort rechtfertigen könnte”

In unserem Artikel zum Olympus-Skandal und der Rolle von Ex-CEO Michael Woodford Rolle hatten wir bereits erläutert, dass nicht-japanische CEOs oft als Überbringer schlechter Nachrichten eingestellt werden. Carlos Ghosn, seines Zeichens CEO des japanischen Automobilherstellers Nissan, machte dieser Rolle alle Ehre als er dem BBC bei der Tokyo Motor Show mitteilte “Unternehmen müssen ständig projektbezogene Entscheidungen treffen und es gibt nicht ein Projekt [bei Nissan] das Japan als Standort rechtfertigen könnte”

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