Waren Sie eigentlich schon einmal im Ausland?

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Welche Rolle spielen eigentlich geografische Begebenheiten bei der interkulturellen Kommunikation?

Mit seiner zentralen geografischen Position in Europa zieht sich der interkulturelle Austausch mit umliegenden europäischen Völkern und Nationen wie ein roter Faden durch die Geschichte Deutschland. Von der Völkerwanderung der germanischen Stämme und deren Einfall in das römische Reich bis hin zu den jüngsten Entwicklungen in Form der Europäischen (Währungs-)Union gab es immer zahlreiche Kontakte zu den Nachbarn und eine andauernde gegenseitige “kulturelle Befruchtung.”


In Europa wohnt der Nachbar um die Ecke

Der chinesische Staat sah sich als Zentrum der bekannten Welt

Der Inselstaat Japan dagegen ist im Vergleich zu Deutschland in einer wesentlich isolierteren geografischen Lage. Frühe kulturelle Einflüsse auf Japan stammen größtenteils aus dem damals (wie heute) mächtigen China. Der chinesische Staat sah sich damals als Zentrum der bekannten Welt und degradierte alle umliegenden Länder zu Vasallen des chinesischen Drachenthrons. Während die koreanische Halbinsel eine direkte Landgrenze zu China hatte, war eine Reise von Japan nach China mit vielen natürlichen, später auch politischen, Hindernissen verbunden. Schon die Mongolen scheiterten zweimal bei ihren Invasionszügen nach Japan an der stürmischen See. Das japanische Shogunat tat sein übriges zur Unterbindung interkultureller Einflüsse als unter Tokugawa Ieyasu und dessen Nachfolgern 1633 die faktische Abschließung Japans gegenüber dem Ausland beschlossen wurde. Dieser Zustand, bekannt als sakoku, hielt 250 Jahre, bis zur Ankunft des amerikanischen Generals Matthew Perry an. Perry erzwang im Jahr 1853 gewaltsam die Öffnung des Shogunats um amerikanischen Handelsschiffen einen Hafen in Ostasien zu bieten.


Japans isolierte Lage im Pazifik

Für die meisten Europäer ist es ein Katzensprung in eines der benachbarten Länder und die gefühlte Entfernung ist seit dem Wegfall der Grenzkontrollen noch kürzer geworden. Wer in Aachen oder Köln lebt fährt gelegentlich nach Belgien oder in die Niederlande zum Shopping, die Nürnberger kaufen ihre Zigaretten in Tschechien und die Dänen kommen wegen des günstigen Biers nach Flensburg.

Welche Auslandserfahrung hat der durchschnittliche Japaner?

In einer an 2000 Japaner gerichteten Umfrage wollte SCHNELL INTERKULTURELL nun gut 150 Jahre später wissen “Waren Sie schon einmal im Ausland? Falls ja, wo?”

Knapp 42% der befragten Japaner waren noch nie im Ausland

42% der Befragten waren noch nie außerhalb Japans, über 20% haben schon einmal die Vereinigten Staaten besucht, weiter abgeschlagen sind die ostasiatischen Nachbarn Süd Korea und China die schon jeweils knapp 10% der Befragten besucht wurden.

Wo geht die Reise hin?

In Zeiten globaler Vernetzung, Hochgeschwindigkeitsreisen mit Bahn und Flugzeug sowie omnipräsenter Medien beschleunigen sich auch der globale interkulturelle Austausch und die interkulturelle Kommunikation. Diese Entwicklung, die erst seit dem 20. Jahrhundert durch die allgemeine Medialisierung und Informationsgesellschaft gestartet wurde, ist längst noch nicht abgeschlossen und es gilt noch viele Brücken zwischen den Kulturen zu schlagen. Damit spielen auch heutzutage neben den rein kulturellen Aspekten auch geografische Gegebenheiten eine wichtige Rolle bei der Betrachtung von interkultureller Kommunikation und interkulturellen Austauschs.

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